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Chaleco antibalas - lästig aber erhöht die Sicherheit

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"Chaleco antibalas" ist eine "schusssichere Weste". Besonders genutzt wird sie bei der Polizei und beim Militär. Leider sind die Dinger recht schwer und den Trägern vor allem in der warmen Jahreszeit lästig. Die katalanische Regierung, die "Generalitat", will deshalb jetzt seinen "Mossos d'Esquadra" (katalanisch für "Einsatzpolizei") leichtere schusssichere Westen spendieren. Für die nächsten 3 Jahre sollen insgesamt 13.500 dieser Westen zu Gesamtkosten von 6.534.000 Euros beschaffft werden.

Violencia de género - Prügel in den eigenen 4 Wänden

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"Violencia de género" ist "geschlechterspezifische Gewalt". In der Regel richtet sie sich auch in Spanien gegen Frauen. Bei uns ist diese Art der Gewalt eher unter dem Begriff "häusliche Gewalt" bekannt. Am 25. November fand der "Día Internacional de la Eliminación de la Violencia contra la Mujer", der "Internationale Tag zur Eliminierung der Gewalt gegen die Frau" statt. Aus diesem Anlass wurde auch gegen die in Spanien immer noch weit verbreitete Gewalt der Männer gegen Frauen, vor allem auch innerhalb einer Partnerschaft hingewiesen. Zur Zeit befinden sich galicische Frauen, die Opfer der Gewaltorgien ihrer Männer wurden, im "huelga de hambre", im "Hungerstreik".

Dia de la Banderita - dient der Sammlung

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" Dia de la Banderita " bedeutet "Tag des Fähnchens". Es ist der Tag des "Cruz Roja Española", des "spanischen Roten Kreuzes". Der Tag wird seit etwa 100 Jahren jedes Jahr gefeiert und er dient dem spanischen Roten Kreuz zur Sammlung von Spenden. Ihre Mitglieder bevölkern an diesem Tag die Straßen mit "huchas", "Sparbüchsen", und nötigen dem Volk eine wohltätige Gabe für die Arbeit der Organisation ab. Das Rote Kreuz beschreibt das auf seiner Webseite so: "Die Arbeitsweise besteht darin an markanten Punkten der Stadt Madrid Tische aufzustellen, denen sich die Bürger solidarisch nähern, um mittels einer Spende in die Sparbüchse unsere Arbeit zu unterstützen."

Proyecto Castor - immer für ein kleines Erdbeben gut

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Vor der nordostspanischen Küste Kataloniens wird zur Zeit ein Projekt ausgeführt, das sich "proyecto castor" nennt. Auf deutsch "Castor-Projekt". Dies hat aber nichts mit Atommüll zu tun, sondern mit einem Projekt zur Gas-Lagerung. Letzteres heißt auf spanisch "almacenamiento de gas". Dabei versucht man man ausgediente Öl- und Gas-Lagerstätten zur Lagerung von Gas zu nutzen. Leider sind die derzeitigen Sondierungsarbeiten mit auch für die Anwohner fühlbaren "seismos", "Erdbeben", verbunden. Die vom Castor-Projekt ausgelösten Erschütterungen haben die Anwohner so erschreckt, dass das zuständige Ministerium die Arbeiten vorläufig suspendiert (suspensión temporal) und ein Untersuchungsverfahren eingeleitet hat. ¿Qué es el proyecto Castor de almacenamiento de gas?

Caca de caballo y pipí equino - Duftmarke Sevilla's wird mit Windeln bekämpft

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Bei "Caca de caballo" handelt es sich um - robust - übersetzt "Pferdekacke" und "pipi equino" ist vornehmer formuliert "Pferde-Urin". Rund um die Kathedrale von Sevilla gibt es viele Pferdefuhrwerke, die darauf spezialisiert sind, Touristen spazieren zu fahren. Rund um die Kathedrale sind sie in Wartestellung auf Kundschaft und die Pferde frönen in dieser Zeit ihrer Verdauung mit den entsprechenden Ausscheidungen. Bei der dort herrschenden Hitze verbreitet sich somit rund um die Kathedrale ein belastender Geruch, an dem nur die Fliegen ihre Freude finden können. Der Bürgermeister der Stadt hat den Kampf gegen diesen Geruch auf seine Fahne geschrieben und seit neuestem müssen die Pferde deshalb "pañales" tragen. "Pañales" sind "Windeln" und das ist für die Pferde sicher ein echtes neues Erlebnis!

El maquinista - er raste in die Kurve

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"El maquinista" beherrscht die Schlagzeilen der spanischen Medien. Er scheint der Verursacher des schweren Zugunglücks vor Santiago de Compostela zu sein, das sich vor kurzem ereignete und vielen Passagieren das Leben kostete. "Maquinista" ist der "Lokomotivführer". Durch zu hohes Tempo verursachte er ein "descarrilamiento" des Zuges. Es soll vor einer gefährlichen Kurve "nicht die Bremsen betätigt haben", was man auf spanisch "no accionó el freno" nennt. Jetzt steht der "maquinista" "ante el juez" (vor dem Richter) und muss sich für sein Verhalten rechtfertigen.

La aceitera rellenable - liegt der EU auf dem Magen

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In spanischen Restaurants findet man sie auf dem Tisch, die "aceitera rellenable", das "wiederauffüllbare Ölkännchen". Auf Drängen insbesondere der andalusischen Olivenölindustrie sollte diesem Ölspender der Garaus gemacht werden und zwar über eine Richtlinie der europäischen Union. Der ahnungslose Versuch der Umsetzung durch den Landwirtschaftskommissar wurde jedoch von einigen Medien bemerkt und darauf setzte ein regierungsamtlicher Shitstorm vor allem aus Großbritannien und Deutschland ein. Worauf die EU völlig verdattert ihren Regelungsversuch zurücknahm. Die andalusische Olivenölindustrie knirscht dafür mit den Zähnen, denn ihr Vorschlag, dass nur nicht auffüllbare Fläschchen mit Olivenöl auf den Tisch gehörten, damit der Verbraucher nicht mit minderwertigem Sonnenblumenöl oder ähnlichem Schmu betrogen wird, wird ihr weiterhin Geschäftseinbussen bringen. Scheinbar gibt es gerade in den Südländern einen Missbrauch mit dem Öl auf Restauranttischen oder auf span

Mit "Contrato Unico" gegen die Arbeitslosigkeit?

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Spanien leidet unter einer extrem hohen Arbeitslosigkeit. Grund für Überlegungen, wie man das ändern kann. Spanische Arbeitgeber haben bisher den "contrato temporal", den "befristeten Arbeitsvertrag" geliebt, er ermöglichte es die Arbeitssuchenden kurzfristig einzustellen und schnell wieder los zu werden. Da die Zahl der befristet Beschäftigten extrem hoch war, stieg auch in konjunkturell schlechten Zeiten wegen Beendigung der Verträge die Arbeitslosenquote rasant. Deswegen hat die spanische Regierung jetzt auf Drängen der EU bei ihrer Arbeitsmarktreform auf den "contrato unico", den "Einheitsvertrag" gesetzt, um den Arbeitsmarkt zu flexibilisieren (flexibilisar). Kenner der derzeitigen Regierung befürchten, dass das nicht eine Verbesserung für die bisherigen Zeitvertragsinhaber sein wird, sondern, dass diejenigen mit festem Arbeitsvertrag schlechter gestellt werden.

Die Spanier machen Politik mit "el escrache"

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Die Zeitungen in Spanien sind zur Zeit voll mit dem Wort "escrache". "Escrache" hier, "escrache" dort. Die Webseite " Diagonalweb " definiert den Begriff wie folgt: "Una herramienta que consiste en señalar publicamente a los responsables de ciertos conflictos". Das heisst: "Ein Werkzeug, das darin besteht, öffentlich auf die Verantwortlichen von bestimmten Konflikten zu zeigen". Für die Organisation der "escrache" gibt es sogar eigene Kommissionen, so z.B. in Madrid die  "Comisión de Escraches de Madrid". Zur Zeit trifft  vor allem Abgeordnete, die bessere Regelungen für Zwangsräumungen verhindert haben, der Zorn der Bürger und Bürgerinnen. Sie machen sich dann vor der Wohnung des betreffenden Abgeordneten mit einem "escrache" Luft.

Bancos de alimentos - wenn man Nahrung nicht mehr zahlen kann

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Die "bancos de alimentos" haben in Spanien Hochkonjunktur. Es handelt sich um "Lebensmittel-Banken", ein Begriff für die Sammlung und kostenfreie Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige durch Wohltätigkeitsorganisationen. Diese Organisationen haben heute Alarm geschlagen. Zwar sei die Spendenbereitschaft noch nie so groß wie zur Zeit, aber die Regale wegen der großen Nachfrage auch noch nie so leer gewesen. Die derzeitige Wirtschaftskrise habe viele Menschen in die Armut getrieben. Die Vereinigung der spanischen Lebensmittel-Banken weist jetzt daraufhin, dass in Spanien jährlich 8 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden.

Estrategia NAOS - Krieg gegen falsche Essensgewohnheiten

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Das Wort "Estrategia" steht für "Strategie" und " NAOS " ist eine Abkürzung für "Nutrición, Actividad Física y Prevención de la Obesidad". "Nutrición" bedeutet "Ernährung, "Actividad Física" "physische Aktivität" oder in diesem Zusammenhang "Bewegung" und "Prevención de la Obesidad" ist die "Vorbeugung gegen Fettsucht". Der allgemeine Gesundheitszustand der Spanier hat inzwischen vor allem durch industriell gefertigte Nahrunsmittel sehr gelitten,  so dass sich die Regierung zum Einschreiten verpflichtet sah. Im Jahr 2005 wurde deshalb die Strategie "NAOS" auf den Weg gebracht. Damit will die spanische Regierung die Bevölkerung für das Thema Fettsucht sensibilisieren und Initiativen unterstützen, die vor allem Jugendliche dafür gewinnen wollen gesund zu leben, indem sie gesunde Lebensmittel zu sich nehmen und sich bewegen.

Casco ciclista - umstritten bei spanischen Freizeitradlern

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Der "casco ciclista" soll dem Schutz des Fahrradfahrers dienen. Es ist der "Fahrradhelm". Das spanische Innenministerium will es den Radfahrern zur Pflicht machen, diesen Helm immer zu tragen, auch innerhalb der Städte. Bisher war das Gebot beschränkt auf die großen Verkehrsstraßen. In Sevilla gibt es deshalb eine "pólemica", sprich ein "Streit", ob das wirklich eine sinnvolle Maßnahme ist. Während andere Städte ihre "férrea oposición" (eiserne oder entschlossene Opposition) gegen diese Auflage gezeigt haben, war es in Sevilla bisher ruhig. Vermutlich hat man das Gebot einfach nicht ernst genommen.

La caza del diputado - arme Parlamentarier

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" La caza del diputado " hängt mit dem gesunkenen Ansehen des spanischen Parlaments zusammen und bedeutet "die Jagd auf den Abgeordneten". "La caza" ist "die Jagd" und "el diputado" der Abgeordnete. Anstelle von "diputados" spricht man auch von "parlamentarios" (Parlamentariern). Diese geben selbst zu, dass sie in den Augen der Bevölkerung "jeden Kredit verloren haben" und das bedeutet auf spanisch "han perdido todo crédito". Sie sind inzwischen "objeto de críticas, burlas o insultos", also "Objekt von Kritik, Späßen oder Beschimpfungen". Das spanische Abgeordnetenhaus hat im übrigen die Bezeichnung " Congreso de los Diputados ".

El tuitero - ein geschwätziges Wesen

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Spanier mögen manche fremdländischen Wörter nicht, aber haben auch kein eigenes dafür. Deshalb wird das fremde Wort so umgebogen, dass man mit der Aussprache nicht zu viele Probleme hat. "Tuitero" ist so ein neumodisches Wort für den Nutzer des sozialen Netzwerks "Twitter". Ein "tw" ist für Spanier eine grauenhafte Buchstabenkombination. Aus "der Twitterer" wurde damit "el tuitero". Die " Real Academia Española de la Lengua ", "Königliche spanische Akademie der Sprache", hat inzwischen dem neuen Wort seinen Segen gegeben. Ebenfalls den Segen haben die abgeleiteten Formen "tuitear" (twittern), "tuit" (Twitterbeitrag). Eine weibliche Form als Hauptwort habe ich nicht gefunden, wohl aber als Adjektiv z.B. "la monja tuitera", "die twitternde Nonne".

Crisis deuda europea - manche hoffen,dass sie bald vorbei ist

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Das Wort "deuda" habe ich in meinem Blog schon erklärt, es sind "Schulden". Viele Länder der europäischen Union sind hochverschuldet und das führt dazu, dass verkürzt von einer "crisis deuda europea" gesprochen wird, die bei uns"europäische Schuldenkrise" heißt. Laut Wikipedia spanisch spricht man auch von der "crisis de la deuda soberana europea" oder "crisis del euro" (Eurokrise) oder der "crisis de la zona euro" (Krise der Eurozone). Unter der "deuda soberana" versteht man die "Staatsschulden".

Kamikaze - auf spanischen Straßen

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"Kamikaze", auch "Kamikace" geschrieben, geben derzeit in Spanien zu Diskussionen Anlass. Neben dem historischen Begriff für japanische Selbstmordattentäter steht er auch für "Raser" auf spanischen Straßen. "Hacer kamikace" bedeutet auf der Straße mit seinem Fahrzeug durchzudrehen und mit der Fahrweise das Leben anderer Menschen zu riskieren. Diskussionen gibt es deshalb, weil der spanische Justizminister einen Direktor von Opel begnadigt hat, was man in Spanien "indultar" nennt, obwohl dieser auf seiner Kamikaze-Fahrt einen Menschen getötet und seine Begleiterin schwer verletzt hat. Er wurde zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er zur Zeit 10 Monate abgesessen hat, und das Urteil wurde jetzt vom Justizminister in eine Strafe von 2 Jahre und einer Geldbusse von 4.380 Euro umgewandelt. Über die spanische Begnadigungspraxis: Kriminelle in Spanien haben gute Aussichten auf Begnadigung

Productos milagro - haben nach den Feiertagen Hochkonjunktur

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"Productos" sind wie unschwer zu erraten, "Produkte" (oder Waren) und "milagro" ist ein "Wunder". Es handelt sich also um Wunderprodukte. In Spanien gilt dieser Begriff für Waren, die einen positiven Gesundheitseffekt versprechen. Besonders beliebt ist zur Zeit die Werbung für Produkte, mit denen man sein an den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen angefuttertes Übergewicht mit Höchstgeschwindigkeit verlieren kann (perder peso a toda velocidad). Es sind also hauptsächlich Produkte, die ein "prodigioso adelgazamiento" (wunderbare Gewichtsabnahme) versprechen. "Adelgazar" bedeutet "abnehmen".  Die aggressive Werbung für diese Produkte hat in den spanischen Fernsehsendern dermaßen überhand genommen, dass sich der "Rat für audiovisuelle Medien von Andalusien" (Consejo Audiovisual de Andalucía (CAA) veranlasst sah, dagegen einzuschreiten, da die Reklame auch zu Zeiten ausgestrahlt wird, in denen Kinder vor dem F