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Tarifazo de la Justicia - es lohnt sich nicht mehr zum Richter zu gehen

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Wenn im Spanischen ein Wort mit "-azo" endet, dann passiert etwas außerordentlich großes. So im Falle des Begriffs "tarifazo de la Justicia". In ein paar Wochen müssen die Spanier nämlich mit einer gewaltigen Steigerung der Gerichtskosten rechnen. Das entsprechende Gesetz tritt in Kürze in Kraft, die Umsetzung folgt aber erst etwas später. Die Einreichung einer "demanda de divorcio" (eines Scheidungsantrags) kostet demnächst eine Gebühr von 240 Euro. Ist man mit dem Urteil nicht zufrieden und geht in Berufung, kostet das jedes mal noch zusätzlich 890 Euro. Bis zum nächsten Donnerstag gibt es das noch zu alten Preisen, weswegen die Gerichte zur Zeit mit einer "avalancha de demandas", einer Klagelawine konfrontiert werden.

Con el cuchillo en la boca - meint der König

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Der spanische König (Rey) Juan Carlos hat dieser Tage einen Staatsbesuch in Indien abgeschlossen. Er trommelte für Investitionen der aufkommenden Wirtschaftsmacht Indien in seinem von der Wirtschaftskrise gebeutelten Land. So schlimm sei es aber gar nicht in Spanien, meint der König beim Abschlussempfang. Für ihn werde Spanien bald aus der Krise kommen, was er "España saldrá adelante" (Spanien wird nach vorne herauskommen) nennt und er setzt noch einen drauf mit dem Spruch "con el cuchillo en la boca" (mit dem Messer im Mund) und "con una sonrisa" (mit einem Lächeln). Von soviel Optimismus waren die Inder richtig gerührt. In Spanien ist es scheinbar so, dass, wenn man ein "Messer im Mund hat" es einem gut geht. Anders kann ich diese Redensart nicht auslegen.

Españolizar - die Arroganz der Kastilier

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Es gab vor kurzem einige Aufregung als der spanische Erziehungsminister José Ignacio Wert die Bemerkung fallen liess, dass man die katalanischen Schüler "verspanisieren" sollte. Wörtlich heißt das: "'españolizar' a los alumnos catalanes". Die Wellen der Empörung schlugen in Katalonien hoch, denn es war wieder einmal der Versuch der Zentralregierung in der Hauptstadt Madrid, den Katalanen mit einer Domestizierung zu drohen, diesmal über die Schulausbildung der Kinder. "Alumno" ist ein "Schüler". Die Herren von der Regierungspartei in Madrid, der PP, freuten sich und versicherten, "no está buscando bronca", dass der Herr Minister "damit keinen Scherz machen will". Also blutiger Ernst! Dass man mit so etwas auf dümmste Weise die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen unerstützt, fällt einer in der Tradition des Diktators Franco stehenden Partei, der mit Blut und Schwert ein reaktionäres , totalitäres Spanien schaffte...

Contentar a los mercados - die Politik als Hure der Märkte

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Spaniens Finanzkrise spitzt sich zu. Das Land hat einen nervösen Partner. Es sind dies "los mercados", "die Märkte". Damit ist die internationale Finanzwelt gemeint, die mit ständig neuen Spekulationen die Spanier unter Druck setzt. Das in Gang gesetzte Sparprogramm zur Minderung des "Staatsdefizits" (déficit público) scheint diese obskure Gesellschaft namens "Märkte" nicht zu überzeugen. Deshalb will die spanische Regierung demutsvoll ihren guten Willen zur Beruhigung der Finanzwelt zeigen, was man dann auf spanisch "contentar a los mercados" (die Märkte zufrieden stellen) nennt. Aber vermutlich führt kein Weg daran vorbei, dass Spanien die EU um einen "resgate" (Rettung) bitten muss.

Lluvias del otoño beenden die Dürre

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Wir haben zwar immer noch September, aber sie haben bereits jetzt zugeschlagen, die "lluvias del otoño", die "Herbst-Regenfälle". In Sevilla sind gestern 34 l pro qm heruntergekommen und die "bomberos" (Feuerwehrleute) hatte Großeinsatz. Diesmal nicht im Kampf gegen Waldbrände, sondern gegen die Wassermengen. In der Provinz Sevilla wurde die "alerta naranja", der "orange Alarm" ausgerufen. Eigentlich sind diese Regenfälle für Andalusien sehr früh dran, meistens lassen sich die Herbst-Tiefs Zeit bis Ende Oktober und schlagen erst im November richtig zu.

Vuelta al 'cole' - die Ferien sind vorbei und alles wird teurer

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Alles hat ein Ende, auch die langen Sommer-Schulferien in Spanien. In Spanien steht demnächst für die Kinder die "vuelta al 'cole'" an. "Vuelta" ist die "Rückkehr" und "Cole" ist die saloppe Umschreibung für "Colegio", was der Allgemeinbegriff für die verschiedenen Arten der "Schule" ist. In diesem Jahr ist der Schulbeginn mit besonderen Belastungen für die Eltern verbunden. In Spanien ist jetzt eine Mehrwertsteuererhöhung (la subida del IVA) in Kraft getreten, die einen besonders krassen Sprung bei den Preisen des Schulmaterials (material escolar) mit sich bringt. Der Sprecher einer Verbraucherschutzorganisation hat berechnet, dass die Eltern zu Beginn des Schuljahres im Schnitt 640 Euro pro Kind bezahlen müssen.

Colegio Concertado - privat, aber der Staat zahlt

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In spanischen Schulwesen kann man seine Kinder in eine öffentliche Schule schicken, eine rein private oder in ein "colegio concertado". "Colegio" ist eine Schule und mit "concertado" ist gemeint, dass die Schule auf Grund einer Vereinbarung vom Staat finanziert wird, obwohl sie privat geführt wird. Man spricht auch von der "enseñanza privada concertada" (Privater Unterricht mit staatlicher Förderung). Von dieser Regelung profitieren überwiegend von der katholischen Kirche geführte Schulen. Vor kurzem hat der "Tribunal Supremo"(Oberstes Gericht) eine staatliche Förderung von "colegio concertados", die ihre Schüler nach Geschlecht trennen, untersagt.