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La capilla ardiente - vor der letzten Ruhe

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Stirbt man in Spanien, kommt der Leichnam in die "capilla ardiente". "Capilla" steht für "Kapelle" oft auch "Friedhofskappelle". "Ardiente" bedeutet "brennend" und ist wohl von den Kerzen her zu verstehen. "Capilla ardiente" steht auch für "Aufbahrung". Sie erlaubt es den Trauernden, Abschied von dem oder der Verstorbenen zu nehmen. Zur Zeit ist es Adolfo Suárez , der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident Spaniens nach dem Tod des Diktators Francisco Franco, der verstorben und im "Congreso", dem spanischen Abgeordnetenhaus aufgebahrt ist. Etwa 10.000 Personen kamen heute zu seinem Aufbahrungsort (capilla ardiente). Die Zeitungen berichten von kilometerlangen Schlangen.

Hoja de ruta - auch bei spanischen Politikern beliebt

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Unter " hoja de ruta " versteht man den englischen Begriff "roadmap", für den es auf deutsch keinen vergleichbaren Begriff gibt. Wikipedia erläutert den Begriff so : "Die Roadmap ist ein populäres Synonym für eine Strategie oder einen Projektplan. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet der Begriff wörtlich Straßenkarte." Die Spanier wollten es nicht beim englischen Wort lassen. Seit einiger Zeit benutzen sie recht extensiv den Begriff "hoja de ruta", mit dem sie zeigen wollen, dass sie eine bestimmt erfolgreiche Strategie in einer Sache verfolgen.

Chaleco antibalas - lästig aber erhöht die Sicherheit

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"Chaleco antibalas" ist eine "schusssichere Weste". Besonders genutzt wird sie bei der Polizei und beim Militär. Leider sind die Dinger recht schwer und den Trägern vor allem in der warmen Jahreszeit lästig. Die katalanische Regierung, die "Generalitat", will deshalb jetzt seinen "Mossos d'Esquadra" (katalanisch für "Einsatzpolizei") leichtere schusssichere Westen spendieren. Für die nächsten 3 Jahre sollen insgesamt 13.500 dieser Westen zu Gesamtkosten von 6.534.000 Euros beschaffft werden.

Violencia de género - Prügel in den eigenen 4 Wänden

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"Violencia de género" ist "geschlechterspezifische Gewalt". In der Regel richtet sie sich auch in Spanien gegen Frauen. Bei uns ist diese Art der Gewalt eher unter dem Begriff "häusliche Gewalt" bekannt. Am 25. November fand der "Día Internacional de la Eliminación de la Violencia contra la Mujer", der "Internationale Tag zur Eliminierung der Gewalt gegen die Frau" statt. Aus diesem Anlass wurde auch gegen die in Spanien immer noch weit verbreitete Gewalt der Männer gegen Frauen, vor allem auch innerhalb einer Partnerschaft hingewiesen. Zur Zeit befinden sich galicische Frauen, die Opfer der Gewaltorgien ihrer Männer wurden, im "huelga de hambre", im "Hungerstreik".

Dia de la Banderita - dient der Sammlung

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" Dia de la Banderita " bedeutet "Tag des Fähnchens". Es ist der Tag des "Cruz Roja Española", des "spanischen Roten Kreuzes". Der Tag wird seit etwa 100 Jahren jedes Jahr gefeiert und er dient dem spanischen Roten Kreuz zur Sammlung von Spenden. Ihre Mitglieder bevölkern an diesem Tag die Straßen mit "huchas", "Sparbüchsen", und nötigen dem Volk eine wohltätige Gabe für die Arbeit der Organisation ab. Das Rote Kreuz beschreibt das auf seiner Webseite so: "Die Arbeitsweise besteht darin an markanten Punkten der Stadt Madrid Tische aufzustellen, denen sich die Bürger solidarisch nähern, um mittels einer Spende in die Sparbüchse unsere Arbeit zu unterstützen."

Proyecto Castor - immer für ein kleines Erdbeben gut

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Vor der nordostspanischen Küste Kataloniens wird zur Zeit ein Projekt ausgeführt, das sich "proyecto castor" nennt. Auf deutsch "Castor-Projekt". Dies hat aber nichts mit Atommüll zu tun, sondern mit einem Projekt zur Gas-Lagerung. Letzteres heißt auf spanisch "almacenamiento de gas". Dabei versucht man man ausgediente Öl- und Gas-Lagerstätten zur Lagerung von Gas zu nutzen. Leider sind die derzeitigen Sondierungsarbeiten mit auch für die Anwohner fühlbaren "seismos", "Erdbeben", verbunden. Die vom Castor-Projekt ausgelösten Erschütterungen haben die Anwohner so erschreckt, dass das zuständige Ministerium die Arbeiten vorläufig suspendiert (suspensión temporal) und ein Untersuchungsverfahren eingeleitet hat. ¿Qué es el proyecto Castor de almacenamiento de gas?

Caca de caballo y pipí equino - Duftmarke Sevilla's wird mit Windeln bekämpft

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Bei "Caca de caballo" handelt es sich um - robust - übersetzt "Pferdekacke" und "pipi equino" ist vornehmer formuliert "Pferde-Urin". Rund um die Kathedrale von Sevilla gibt es viele Pferdefuhrwerke, die darauf spezialisiert sind, Touristen spazieren zu fahren. Rund um die Kathedrale sind sie in Wartestellung auf Kundschaft und die Pferde frönen in dieser Zeit ihrer Verdauung mit den entsprechenden Ausscheidungen. Bei der dort herrschenden Hitze verbreitet sich somit rund um die Kathedrale ein belastender Geruch, an dem nur die Fliegen ihre Freude finden können. Der Bürgermeister der Stadt hat den Kampf gegen diesen Geruch auf seine Fahne geschrieben und seit neuestem müssen die Pferde deshalb "pañales" tragen. "Pañales" sind "Windeln" und das ist für die Pferde sicher ein echtes neues Erlebnis!